Sinnkrise

Kurzer Kommentar vorweg: Diesen Text habe ich nach einem Erlebnis in meinem ersten Semester - ich glaube es war während einer Bio 1 Vorlesung - aufgeschrieben, da mich dieses Gefühl nicht mehr loslies und mich zum grübeln gebracht hatte. Nun etwa ein Semester später dachte ich mir, ich könnte ihn mal mit jemandem teilen und so hat er seinen Weg hierher gefunden.

 

Wohin soll die Reise gehen?  Oder  Der Sinn des Lebens

Eine Reise zu sich selbst  - Auf der Suche nach dem eigenen Ich

                                                         -  Der Weg zu sich selbst, oder so…

 

„Was mach ich hier eigentlich?“- Diese Frage hat sich wohl jeder schon mal gestellt. Egal ob zu Hause, auf der Arbeit, in der Schule, manchmal fragt man sich warum man das gerade tut und v.a. wohin einen das dann letztendlich führt. In solchen Momenten kommt es einem so vor als würde man das was man tut nur tun um überhaupt etwas getan zu haben und die Zeit nicht nutzlos verstreichen zu lassen.

Doch bringt einem das etwas, was man gerade tut?

Kommt man seinen Zielen, Träumen damit näher?

Und wie sehen diese Ziele eigentlich aus?

Wo soll die Reise hin gehen?

Was will ich eigentlich vom Leben oder ist der Weg das Ziel?

 

Solche Fragen stellt man sich v.a.  aber wohl in Übergangsphasen z.B. von  der Schule ins Berufsleben: Dann sitz man nach ca. vier Monaten ohne groß etwas gemacht zu haben, obwohl man eigentlich viele Pläne hatte, in der Uni und fragt sich: „Will ich das überhaupt? Kann ich damit was anfangen? Ich sitz doch eigentlich nur hier weil ich keine Ahnung hab was ich sonst machen sollte. Woher soll ich denn bitte wissen was ich später mal machen will?“

Es gibt zu viele Möglichkeiten und keine scheint wirklich die richtige zu sein und so hat man sich für irgend etwas entschieden, das einem interessant vorkam und sitzt nur hier und in einem klitzekleinen Moment der Erkenntnis stellst du fest, dass die Freundin deines Cousins recht hatte: Du studierst weil du nicht weißt was du sonst machen sollst. Und somit tust du das um die Zeit totzuschlagen aber hinterher kein schlechtes Gewissen haben zu musst die Jahre verschwendet zu haben - immerhin hat man dann ja studiert.

 

Ich beneide alle, die schon in der Mittelstufe sagen können was sie später mal mit ihrem Leben anfangen, nicht nur beruflich sondern generell, und dies dann auch wirklich realisieren können weil es wirklich das ist was sie wollen. Ich beneide sie deshalb weil sie meiner Meinung nach die Chance haben ihr Leben bewusster zu leben, da sie quasi zu sich selbst gefunden haben und nicht einfach so vor sich hin leben - von Tag zu Tag, von Semester zu Semester und dabei das Leben vergessen, nicht dass man nicht neben dem Studium nicht auch noch anderes macht und sich nur auf das eine Ziel zu konzentrieren kann auch nicht der Sinn des Lebens sein aber dieses stupide Tag für Tag und vor allem für die Uni - für andere - oder für irgendetwas zu leben außer für sich selbst ist doch wirklich nicht der Sinn unseres Daseins.

 

Man wird sich in solchen Momenten bewusst wie abgestumpft man dem Leben gegenübersteht. Statt das Leben zu genießen und sich am Leben nur um des Lebens willen zu erfreuen und nicht unbedingt einem Ziel hinterherzurennen, sich einfach mal darauf zu besinnen wieder einen Gang zurückzuschalten, in dem Sinn, dass man sich selbst sucht - zu sich selbst zurückfindet, soweit man sich denn schon gefunden hat und - falls nicht - einfach mal eine Reise beginnt, eine Reise zum eigenen Ich; vielleicht wird dann wieder alles etwas klarer.

3.9.12 16:49, kommentieren

... oder solche, die es werden wollen

1 Kommentar 14.3.12 10:16, kommentieren

Hier findet ihr meine persönlichen Lieblingsgedichte, zugegebenermaßen nicht besonders viele und auch eher traurig bzw. dunkel/melancholisch, wenn ihr versteht was ich mein... aber ich find sie klasse!

18.9.11 13:04, kommentieren

Der Panther

Rainer Maria Rilke

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.


1 Kommentar 18.9.11 13:31, kommentieren

The Tyger

                                William Blake

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Could frame thy fearful symmetry?

 

In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand, dare seize the fire?

And what shoulder & what art,
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand & what dread feet?

What the hammer? What the chain,
In what furnace was thy brain?
What the anvil? What dread grasp,
Dare its deadly terrors clasp?

When the stars threw down their spears
And water'd heaven with their tears:
Did He smile His work to see?
Did He who made the Lamb make thee?

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?

1 Kommentar 18.9.11 13:12, kommentieren

eher ein Lied - nämlich Pippins Lied

            Daheim verblasst,

                                                    die Welt rückt nah,

     Mit vielen Pfaden liegt sie da,

     Sie lockt durch Schatten;

                                          durch Trug und Nacht,

     bis endlich Stern um Stern erwacht, 

     Wolke, Zwielicht, grauer Nebeldunst.

                  Ohne Gunst.

                                               Ohne…

                                                                 Gunst.

 

                                       oder in Englisch         

         

                      Home is behind,
                                                 the world ahead,

                   and there are many paths to tread,

                      through shadow
                                                  to the edge of night, 

                 until the stars are all alight,

                      mist and shadow,
                                                   cloud and shade,
                      all shall fade
                                                                  

                                                         all shall...fade.

1 Kommentar 18.9.11 13:28, kommentieren

Augen in der Großstadt

Kurt Tucholsky

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.

 

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang, die
dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,
nur für Sekunden...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
Vorbei, verweht, nie wieder.

 

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Er sieht hinüber
und zieht vorüber ...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.


1 Kommentar 18.9.11 13:15, kommentieren