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Gelungen oder misslungen? – das ist hier die Frage


10.8.11 10:45, kommentieren

Texte in Bezug auf meine Auschwitz-Exkursion

Es ist schon etwas seltsam wie es dazu kam, dass ich diese Geschichte wieder aus meinen Schulsachen kramte, aber als ich diese Folge “Quincy“ sah, in der es um den Holocaust und um einen Holocaust-Leugner ging, da erinnerte ich mich an meinen Aufenthalt in Oświęcim - Auschwitz, Polen. In der 10. Klasse nahm ich an einer einwöchigen Auschwitz-Exkursion teil und in der 12. Sollten wir  im Englisch-LK als Vorbereitung auf eine Autorenlesung eine Short Story schreiben und ich versuchte wie damals das Gehörte und Gesehene zu verarbeiten und mich wieder zu erinnern an etwas, dass nicht zu begreifen ist; nicht wenn man nicht selbst in irgend einer Weise involviert oder betroffen ist oder war; mit so viel zeitlichen Abstand und in einer so gut behüteten Welt in der wir leben ist es nicht möglich die Tragweite, die Auswirkungen, das Ausmaß dieser Gräueltaten auch nur annähernd zu begreifen. Ich will nicht leugnen, dass auch in unserer Zeit schreckliche Dinge geschehen: Kriege, Gewalt, Vernichtung, doch auch diese sind meist nur Meldungen in den Nachrichten, auch diese Dinge geschehen mit Abstand, diesmal mit räumlichem statt mit zeitlichem. Damit will ich die Grausamkeit des Holocausts auf keinen Fall schmälern oder vermindern. Im Gegenteil, dies ist nur ein weiteres Beispiel dafür, dass wir Menschen zu Dingen fähig sind, die wir mit unserem eigenen Geist nicht einmal selbst begreifen können. Nun genug der Worte - hier nun meine zwei Schreibversuche zu diesem sehr ernsten Thema.

2 Kommentare 10.8.11 10:47, kommentieren

Auschwitz

Eine Vorbemerkung will ich doch noch machen: Als ich diesen ersten Text 2008 schrieb, war ich noch am Ort des Geschehens, in Auschwitz, mit der Exkursion, die es ca. 60 Schülern der 10. Klasse aus zwei Schulen ermöglichte ihr Geschichtsinteresse zu stillen und auch ein Stück weit mehr aufzuklären als es im regulären Unterricht möglich ist. Ich selbst war damals in der Kreativgruppe, einer der verschiedenen Arbeitsgruppen in denen wir unsere Erlebnisse und die ganzen Fakten verarbeiten und in Plakaten u. ä. umsetzten konnten. Wir hatten in den Führungen von einem Mädchen gehört, das überlebte (befreit wurde) und später wieder zurückkam und sich selbst und Teile ihrer Familie auf den Fotos des Museums wiedererkannte. Was daran der Wirklichkeit entspricht und was wir damals im Rahmen der Gruppe hinzufügten kann ich nicht mehr sagen. Dies hier ist mein persönlicher erster Versuch unser Vorhaben die Geschichte kreativ in Form einer Geschichte, später eines Gedichts, umzusetzen. Der erste Teil sind meine eigenen Gedanken, der zweite Teil die Erzählung zu Papier gebracht.

 

Auschwitz

 

Polen, 2008

 

Bedrückend - Unfassbar

Licht - und doch nebendran Dunkelheit

Augen – deine Sinne nehmen alle Informationen auf,

du siehst Reste, Überbleibsel, Bilder

hörst Geschichten, Zahlen, Vergleiche -

aber dein Gehirn begreift es nicht -

Ist nicht fähig dies zu verarbeiten …

Du ahnst welche Bedeutung diese Informationen - diese Bilder haben

aber es ist dir nicht möglich es zu fassen - zu halten - zu verstehen

Außen. Du siehst alles „leer“

- hast erfahren was hier war -

Das Leid. Tod. Gewalt. Grausamkeit.

Es gibt viele Worte und Beschreibungen dafür

- und siehst nun alles friedlich daliegen - vor dir

du siehst – Leben.

Das Gras. Die Bäume - und du weißt

sie waren damals auch schon hier.

sie wissen wie sich alles abgespielt hat.

sie sind stumme Zeitzeugen

Es ist schwer sich Allem, was hier passiert ist,

bewusst zu werden - es zu begreifen - zu verstehen

Einerseits weißt du es - bildest dir deine Meinung

Aber andererseits ist alles unwirklich –

wie eine Halluzination oder ein Traum …

wie Geschichten aus einer anderen Welt - einer anderen Zeit

 

Das ist Auschwitz

 

 

 

Bedrückend - Unbegreifbar

Es ist ein friedlicher Tag

Aber diese dunklen Berge neben mir sind bedrückend

Meine Sinne nehmen alle Informationen auf

Ich sehe die Überbleibsel – Die Bilder

Ich höre die Geschichten – Zahlen – Vergleiche

Mein Geist ist informiert

Er versucht zu verarbeiten

Zu realisieren

Ja, zu verstehen

Aber alles ist so unwirklich

Unbegreifbar

Unfassbar

Ewig weit entfernt

Er weiß es ist so gewesen

Aber ihm ist es nicht bewusst

Er ist überfordert

Ungläubig

Ich bin es.

Und dann stehe ich vor einem Bild

Die Rampe in Birkenau und da stehen sie

Meine Tante, meine Cousins …

Meine eigene Familie

Und ich erinnere mich

Dass es meinen Verwandten so ergangen ist

Sie waren alle hier

Und sind alle tot.

Sie begreift das Alles,

was eben unwirklich und unfassbar war

wird harte Realität

und sie wird sich immer sicherer,

dass alles Das passiert ist

Ihr Sohn: „Mama das Mädchen auf dem Foto da 

sieht aus wie du!“

und ihr Blick fiel auf ein Mädchen

nicht älter als dreizehn

und sie erkannte -  sich selbst

zwischen ihren Verwandten.

Sie begreift

Jetzt nach zwanzig Jahren

Dass sie jetzt auch hätte tot sein können

Dass sie selbst hier war

Und ist entsetzt

Erleichtert

Wieder verwirrt

Aber sie versteht mehr als damals.

10.8.11 10:48, kommentieren

Thoughts And Memories

Nun ein weiterer kurzer Kommentar zu meiner Short Story. Als Vorbereitung auf den Besuch des irischen Autors Donald McLaughlin in unserem Engkisch-LK sollten wir aus einem besonderen Moment unsres Lebens eine Kurzgeschichte machen. Nach langem Überlegen befand ich die Erlebnisse der Auschwitz-Exkursion – v.a. meine Sprachlosigkeit - als die bewegendste Erinnerung meines bisherigen Lebens. Ich bitte die mangelnde Grammatik und eventuelle Fehler zu entschuldigen und sich lieber auf die Wirkung des Textes zu konzentrieren. Danke schon mal dafür.    

 

 

Thoughts And Memories

 

She is sitting at a bed which is hers for this few days, bent over a piece of paper. The pencil flying over the page spreading letters over it; fast, faster, but not fast enough. Her thoughts too fast, too erratic, jumping from one to another, ways ahead; she tried, tried really hard, to catch up committing everything to paper. She was trying not to lose the tiniest thought, trying to put every single emotion in those words spread over the page. Give the right angle of her point of view! Try to make it understandable! It is really hard to keep up with - but it helps; It is helping to digest everything: the facts, the pictures, the stories she had heard the days before. Now trying to realize what has happened in the past, trying to make it tangible, to wrap her mind around it. The pencil is flying over the page spreading letters. She is writing a story, a story about a girl who survived, survived the terrible time in the 1940s - which was freed in 1945 and comes back to the location where the whole story took place years later as a young woman. She visits the museum and looks at the pictures as she realizes on one photograph a part of her family standing together looking at her. Then she realizes that she is the only survival of her family, she is the only one who was lucky to live long enough. Suddenly she knew everything. At that part of the story filling more than a page already she knew it; she was able to imagine the things she heard, she could take a short look on truth. Finally she was satisfied, she had reached her goal, she wrote the story about that young woman and while writing and putting herself in the girl’s shoes she managed to realize a bit of this black time in German history.

1 Kommentar 10.8.11 10:57, kommentieren

A Job Description or Back Then - A Poem

Eigentlich müsste dieser Eintrag in Schulzeit stehen, aber ich fand dass er nicht zum vorherigen Thema gepasst hat und hab ihn stattdessen einfach hier untergebracht.

Das ist ein „Gedicht“, das ich verfasst habe als mögliche “Beilage“ für unsere Abschiedsgrußkarte für unserer Englisch-LK Lehrerin Frau B-Z. Ich habe versucht die zwei gemeinsamen Jahre  unseres Kurses zusammenzufassen, auf Englisch natürlich.  Es hat es aber dann nicht mit auf die Karte geschafft- warum? – naja, das ist wohl selbsterklärend, aber lest selbst…   

 

A Job Description or Back Then

 

A room full of tables – almost empty                                    – What is it?

Just a few kids sitting together or sleeping                          – What is it?

A mostly motivated and seasoned teacher                          – What is it?

A knock at the door – another sleepy-eyed student           – What is it?

Pupils blathering and eating                                                    – What is it?

Another knock at the door – just an interruption                – What is it?

Pupils at work – productive atmosphere                               – When was that?

 

Ever and anon in the two years of cooperation and collaboration

Just a lost student or the class clown of tenth grade

One of many breaks to the nuisance of the teacher

Another of the fourteen students has decided to attend class

The teacher at most of the lessons – mostly at the beginning

The English-LK of Mrs. B.-Z.

Might be a normal classroom in our school

1 Kommentar 10.8.11 14:34, kommentieren