Lieblingsgedichte

... oder solche, die es werden wollen

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Hier findet ihr meine persönlichen Lieblingsgedichte, zugegebenermaßen nicht besonders viele und auch eher traurig bzw. dunkel/melancholisch, wenn ihr versteht was ich mein... aber ich find sie klasse!

18.9.11 13:04, kommentieren

Der Panther

Rainer Maria Rilke

Im Jardin des Plantes, Paris

Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.

Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.

Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.


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The Tyger

                                William Blake

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Could frame thy fearful symmetry?

 

In what distant deeps or skies
Burnt the fire of thine eyes?
On what wings dare he aspire?
What the hand, dare seize the fire?

And what shoulder & what art,
Could twist the sinews of thy heart?
And when thy heart began to beat,
What dread hand & what dread feet?

What the hammer? What the chain,
In what furnace was thy brain?
What the anvil? What dread grasp,
Dare its deadly terrors clasp?

When the stars threw down their spears
And water'd heaven with their tears:
Did He smile His work to see?
Did He who made the Lamb make thee?

Tyger Tyger, burning bright,
In the forests of the night;
What immortal hand or eye,
Dare frame thy fearful symmetry?

1 Kommentar 18.9.11 13:12, kommentieren

eher ein Lied - nämlich Pippins Lied

            Daheim verblasst,

                                                    die Welt rückt nah,

     Mit vielen Pfaden liegt sie da,

     Sie lockt durch Schatten;

                                          durch Trug und Nacht,

     bis endlich Stern um Stern erwacht, 

     Wolke, Zwielicht, grauer Nebeldunst.

                  Ohne Gunst.

                                               Ohne…

                                                                 Gunst.

 

                                       oder in Englisch         

         

                      Home is behind,
                                                 the world ahead,

                   and there are many paths to tread,

                      through shadow
                                                  to the edge of night, 

                 until the stars are all alight,

                      mist and shadow,
                                                   cloud and shade,
                      all shall fade
                                                                  

                                                         all shall...fade.

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Augen in der Großstadt

Kurt Tucholsky

Wenn du zur Arbeit gehst
am frühen Morgen,
wenn du am Bahnhof stehst
mit deinen Sorgen:
da zeigt die Stadt
dir asphaltglatt
im Menschentrichter
Millionen Gesichter:
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? vielleicht dein Lebensglück...
vorbei, verweht, nie wieder.

 

Du gehst dein Leben lang
auf tausend Straßen;
du siehst auf deinem Gang, die
dich vergaßen.
Ein Auge winkt,
die Seele klingt;
du hast's gefunden,
nur für Sekunden...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
Vorbei, verweht, nie wieder.

 

Du mußt auf deinem Gang
durch Städte wandern;
siehst einen Pulsschlag lang
den fremden Andern.
Es kann ein Feind sein,
es kann ein Freund sein,
es kann im Kampfe dein
Genosse sein.
Er sieht hinüber
und zieht vorüber ...
Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
die Braue, Pupillen, die Lider -
Was war das?
Von der großen Menschheit ein Stück!
Vorbei, verweht, nie wieder.


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Invictus

kurzer Kommentar vorneweg: Dieses Gedicht habe ich zum ersten Mal im Englisch-LK kennengelernt als wir den Film Invictus angeschaut haben. Damals hab ich mich nicht weiter damit beschäftigt und mir fehlen auch jetzt noch genauere Hintergrundinformationen zu dem Gedicht aber ich finde seine Aussagekraft und den Kampfeswillen, den es ausdrückt, einfach bemerkens- und bewundernswert - deshalb habe ich es auch hier mit aufgenommen.

 

Invictus

William Ernest Henley

Out of the night that covers me,
    Black as the pit from pole to pole,
I thank whatever gods may be
    For my unconquerable soul.

In the fell clutch of circumstance

    I have not winced nor cried aloud.
Under the bludgeonings of chance
    My head is bloody, but unbow'd.

Beyond this place of wrath and tears

    Looms but the Horror of the shade,
And yet the menace of the years
    Finds and shall find me unafraid.

It matters not how strait the gate,

    How charged with punishments the scroll,
I am the master of my fate:
    I am the captain of my soul.

14.3.12 09:54, kommentieren